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© Franz Böhmisch |
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Die Dinge in ihrer Polarität (Sir 33,7-33,15)
Lit.: U. Wicke-Reuter, Göttliche Providenz und menschliche Verantwortung bei Ben Sira und in der Frühen Stoa (BZAW 298), Berlin/New York 2000, 172.175-177; G. L. Prato, Il problema della teodicea in Ben Sira. Composizione di contrari e richiamo alle origini (AnBib 65), Rom 1975, 13-61, besonders 54; J. Marböck, Gerechtigkeit Gottes und Leben nach dem Sirachbuch. Ein Antwortversuch aus seinem Kontext, in: J. Jeremias (Hg.), Gerechtigkeit und Leben im hellenistischen Zeitalter. Symposium anläßlich des 75. Geburtstags von Otto Kaiser (BZAW 296), Berlin/New York 2001, 21-52:40. Hellenistische Argumente bei der Bewältigung der jüdischen Sinneskrise hat O. Kaiser, Die Bedeutung der griechischen Welt für die alttestamentliche Theologie (Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen, I. Philologisch-Historische Klasse, Jahrgang 2000, Nr. 7), Göttingen 2000, 305-344:325-335 in Ijob, Koh und Sir aufgewiesen.Ben Sira, der grundsätzlich traditionellere Positionen als Kohelet vertritt, geht in der Frage polarer Strukturen einen Schritt weiter als dieser und versucht hinter der Polarität der Erscheinungen eine höhere Einheit der Schöpfung zu entdecken. Dabei kommt er zu einem im Kontext alttestamentlicher Theologie ungewöhnlichen und originären Weg der Krisenbewältigung, dem Grundgesetz von der gottgewollten Entsprechung der Polaritäten in der Schöpfung:
Vgl. U. Wicke-Reuter, Göttliche Providenz
und menschliche Verantwortung bei Ben Sira und in der Frühen Stoa
(BZAW 298), Berlin/New York 2000, 224-273.
13 Wie Ton in der Hand des Töpfers,
um ihn zu formen nach seinem Belieben,
so ist der Mensch in der Hand seines Schöpfers,
so dass sich einstellt von ihm her sein
Anteil.
14 Gegenüber dem Bösen ist das
Gute,
und gegenüber dem Leben der Tod,
gegenüber dem Guten ist der Frevler
und gegenüber dem Licht die Finsternis.
15 Schau hin auf alle Werke Gottes:
Alle sind sie paarweise,
eins entspricht dem andern.
...
Selbst wenn alle Menschen in actu gut wären, dann wäre, wegen der menschlichen Freiheit, das Böse potentialiter notwendig."
[ U. Wicke-Reuter, Göttliche Providenz und menschliche Verantwortung bei Ben Sira und in der Frühen Stoa (BZAW 298), Berlin/New York 2000, 257.]
Diese Synthese hat alte Ausleger des Sirachbuches
in besonderer Weise fasziniert. Cornelius de Lapide, In Ecclesiasticum,
Paris 1642, 218-221 diskutiert die Ansätze der coincidentia oppositorum
bei Jesus Sirach sowie den von ihm abhängigen christlichen Schriftstellern
(Augustinus, Isidor) und der ivsonomi,a
bei griechischen und lateinischen Autoren (Aristoteles, Epikur, Galen,
Seneca) und ergründet als Quelle der Einheit der Gegensätze die
göttliche Trinität: "Sicut ergo summa oppositio Personarum S.
Trinitatis desinit & coït in summam vnitatem & identitatem
Essentiæ diuinæ: sic omnis nostra oppositio coëat in vnitatem
concordiæ & charitatis." (221).]
Eine Schlußnotiz (Sir 33,16-19)
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